While We’re Young

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Die Mittvierziger Josh (Ben Stiller) und Cornelia (Naomi Watts)

Was wollen Mittzwanziger heute? Alles. So sieht es jedenfalls Noah Baumbach dessen Frances Ha (Greta Gerwig) im  gleichnamigen Film noch tollpatschig dem Traum einer Tanzkarriere nacheiferte. Mit While We’re Young wählt der Ex-Drehbuchautor von Wes Anderson erneut den Big Apple als Schauplatz. Diesmal rahmt er jedoch mehr als ein Einzelschicksal in seiner Erzählung und doppelt, nein vervierfacht Frances Ha zu Jamie (Adam Driver) und Darby (Amanda Seyfried), beide Mitte Zwanzig, und dem spiegelbildlichen Mittvierziger-Paar Josh Srebnick (Ben Stiller) und Cornelia (Naomi Watts).

Die männlichen Parts sind Dokumentarfilmemacher und werden tatkräftig von ihren Gattinnen unterstützt. Während Cornelia, die Tochter eines erfolgreichen NYC-Dokumentaristen der ersten Stunde, Joshs Filme produziert, liefert Darby Jamie mit frischen Ideen für Doku-Projekte. Doch wie genau passen heutige Hipster mit 90er-yuppies zusammen? Eigentlich gar nicht. Josh und Cornelia, deren beste Freunde gerade ihr erstes Kind bekommen haben, wollen mit Hilfe des jüngeren Pärchen zu ihren unbeschwerten Jahren zurückfinden: Er verknallt sich in den großzügigen Jamie, mit dem er über Authentizität und „Cinéma verité“ diskutiert, und sie lässt sich von Darbys Elan mitreißen, die hausgemachtes Eis verkauft und von einem Hip-Hop Kurs zum anderen sprintet. Hinter der coolen Fassade sind Josh und Cornelias jüngere Pendants jedoch voll und ganz im hochinszenierten Social-Media-Jetzt angekommen: Amerika liebe Geschichten mit Vor- und Nachher, meint Darby. Jamie nimmt dies zum formalen Ausgangspunkt für eine Dokumentation über den früheren Frauenheld seiner High School, der nun mit einem schweren Kriegstrauma aus Afghanistan gekehrt ist.

Die zweite Komödie des Cineastenlieblings kann sich mit ihrer hohen Dialogkadenz und minutiöser Situationskomik mit Filmen von Woody Allen messen – zum Beispiel mit dem ebenfalls in New York angesiedelten Whatever Works (2009). Nur schade, dass das Drehbuch durch die komplexe Figurenkonstellation auch die Verspieltheit und Naivität von Baumbachs vorherigem Schwarz-Weiß-Streifen verloren hat.

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